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ENUM - EU-Studie zu Telefon-Domains

Das Spannungsfeld zwischen staatlich regulierter Telefonie und dem sich selbst verwaltenden Internet beleuchtet eine nun veröffentlichte umfangreiche Studie, die von der EU-Kommission in Auftrag gegeben wurde. Im Mittelpunkt steht unter anderem die Zukunft der neuen ENUM-Domains.

Die Studie mit dem sperrigen Titel “Policy Implications of Convergence of Naming, Numbering and Addressing: An Orientation”, verfasst von Joe McNamee und Tiina Satuli von der Consulting-Agentur Political Intelligence, stösst eine Debatte zur Frage der künftigen Regulierung neuer Telekommunikationstechnologien an. Dort prallen zwei Welten aufeinander: während die Telefonie streng hierarchisch von staatlichen Behörden reguliert wird, ist das Internet weitestgehend frei von staatlichem Einfluß. Doch diese Welten wachsen unter dem Stichwort der Konvergenz immer mehr zusammen: Techniken wie ENUM-Domains oder Internettelefonie sollen grenzenlose Kommunikation unabhängig vom gewählten technischen Hilfsmittel ermöglichen. Was sich zunächst wie rein theoretisches Geplänkel anhört, ist in Wahrheit eine fundamentale Diskussion um die Regulierung eines globalen Marktes.

Viel Platz wird in der Studie der ENUM-Technologie eingeräumt, die wohl stellvertretend im Mittelpunkt des genannten Konflikts steht. Bei ENUM (Telephone Number Mapping) sollen unterhalb der Top Level Domain .arpa Adressen vergeben werden, die zum Beispiel per Handy, Fax oder Internet erreichbar sind. Doch wer soll diese neuen Domains vergeben - etwa ICANN oder die ITU? Und wie erhält jeder Interessierte seine ENUM-Domain: etwa durch einen Registrar oder doch durch staatliche Stellen?

Die Studie zeigt leider weit mehr Fragen auf, als sie beantwortet. Sie belegt aber, dass noch erheblicher Diskussionsbedarf besteht. Interessant wird die Studie vor dem Hintergrund, daß die für .de-Domains zuständige DENIC e.G. erst kürzlich eine förmliche Vereinbarung mit der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) über die weitere Entwicklung von ENUM-Domains getroffen hat. Es bleibt daher abzuwarten, welche Schlüsse die Brüsseler Bürokratie aus der Studie zieht, und ob eine Vielzahl neuer Verordnungen und Gesetze den Weg in die Zukunft ein gutes Stück verlängert.

Die ausführliche Studie finden Sie unter:
> http://www.enum-domains.info

Weitere Informationen über ENUM erhalten Sie unter:
> http://www.denic.de/enum

Quelle: theregister.co.uk, heise.de, eigene Recherche

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Quelle des Artikels : Domain-Newsletter #178 von domain-recht.de

Weitere Informationen unter: http://www.domain-recht.de und http://www.united-domains.de

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