30. Januar 2007
Background - Die unendliche Geschichte von .eu
Seit im Jahr 1996 erstmals ein Vorstoss in Richtung der Schaffung einer eigenen europäischen Top Level Domain angedacht wurde, musste .eu einen oft steinigen und mühseligen Weg durch die politischen Institutionen hinter sich bringen.
Mit der Einführung einer “Domäne oberster Stufe .eu” verfolgt die EU-Kommission dabei vorrangig die Förderung des elektronischen Geschäftsverkehrs und die Stärkung des europäischen Binnenmarkts im Internet. Die Top Level Domain .eu dient nach dem Willen der europäischen Institutionen als Eckstein in der Verwirklichung der vier Grundfreiheiten des Artikels 14 EG (Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft): freier Verkehr von Personen, Waren, Kapital und Dienstleistungen.
Mit einer eigenen europäischen Top Level Domain wird vor allem versucht, der US-amerikanischen Dominanz im Internet Paroli zu bieten. Gerade im internationalen Bereich herrscht ein starkes Übergewicht der .com-Domains. Insbesondere amerikanische Unternehmen und Organisationen sind fast ausschliesslich unter dem berühmten “dotCOM” im Web präsent und blockieren so zahlreiche Adressen. EU-Unternehmen mussten bislang in jedem europäischen Land unter einer anderen Top Level Domain auftreten, also zum Beispiel unter .de in Deutschland und .es in Spanien. Durch die neuen .eu-Domains wird dieser Wettbewerbsnachteil der Europäer beseitigt. Der europäische Wirtschaftsraum erhält durch die einheitliche Endung eine eigene Identität und grenzt sich dadurch klar vom amerikanischen und asiatischen Raum ab.
Unangetastet bleiben die Mitgliedsstaaten in der Verwaltung ihrer eigenen nationalen Länder-Endung (ccTLD). Die Verwaltung von .de wird also auch in Zukunft durch die DENIC erfolgen und durch .eu nicht eingeschränkt. Zusätzlich zu den einzelstaatlichen Endungen erweitert .eu lediglich das Angebot an Top Level Domains über die Grenzen der Mitgliedsstaaten hinaus.
Experten prognostizieren für .eu grundsätzlich ein riesiges Potential: der europäische Wirtschaftsraum mit seinen 380 Millionen Einwohnern ist mit einem Bruttoinlandsprodukt aller Mitgliedsstaaten in Höhe von etwa 8.500 Milliarden Euro nach den USA die zweitgrösste “Volkswirtschaft” der Welt. Entscheidend für den Erfolg von dotEU wird letztlich sein, wie die PPR (Vergabebedingungen) ausgestaltet werden. Hier besteht nach wie vor die Gefahr, dass ein allzu bürokratischer Registrierungsablauf mit zahlreichen Einschränkungen potentielle Kunden abschrecken wird. Je ähnlicher aber dotEU ihrem grossen Vorbild .com wird, desto erfolgreicher werden die .eu-Domains langfristig wohl werden.
Weitere Hintergrundinformationen sowie eine Chronik rund um dotEU finden Sie unter:
> http://www.dotEU.info/hintergrund/index.php3**********************************
Quelle des Artikels : Domain-Newsletter #189 von domain-recht.de
Weitere Informationen unter: http://www.domain-recht.de und http://www.united-domains.de